One Billion Rising

Pressemitteilung:

One Billion Rising Hamburg – Fünf Jahre Protest gegen Gewalt an Frauen!

Zum fünften Mal ruft die globale Kampagne One Billion Rising zum Protest gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf. Mit ihrem Tanz zu der Hymne „Break the Chain“ erheben sich Frauen (und Männer) immer am Valentinstag in über 200 Ländern und in ca. 100 deutschen Städten, um die Ketten der Gewalt und des Schweigens zu brechen!

One Billion Rising ist entstanden, da bisher jede 3. Frau weltweit (= 1 Milliarde, engl.: 1 billion) Opfer von Gewalt wurde. Weltweit und auch in Deutschland werden Frauen geschlagen, vergewaltigt, genitalverstümmelt, zwangsverheiratet, zur Prostitution gezwungen, erniedrigt und unterdrückt.

Die Hamburger Veranstaltung findet statt: am 14.02.2017, 16-18 Uhr auf dem Rathausmarkt

Besonders freuen wir uns, dass Frau Katharina Fegebank – Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung – unsere Schirmherrin ist.

Zwischen 04.02. und 11.02 gibt es mehrere öffentliche Tanztrainings.

Termine: https://www.facebook.com/onebillionrisinghamburg/

One Billion Rising, das ist nicht nur ein globaler Streik und eine Einladung zum Tanz, sondern ein Akt weltweiter Solidarität, und eine Weigerung, Gewalt gegen Frauen weiter totzuschweigen und als gegeben hinzunehmen. Bis 2016 gab es kein Gesetz gegen sexuelle Belästigung!  Wir haben uns mit zahlreichen Organisationen für die Änderung des § 177 StGB eingesetzt und freuen uns, dass diese überfällige Reformierung endlich durchgesetzt wurde. Nun gilt auch in Deutschland: Nein heißt Nein!

Doch Gesetzesänderungen sind nicht ausreichend. Es muss sich noch vieles in den Köpfen ändern. Solange Männer und Frauen noch immer dem Opfer die Schuld geben, ist Gewalt gegen Frauen eine alltägliche Bedrohung.

Das internationale Motto 2017 ist: „Solidarität gegen die Ausbeutung von Frauen“

  • RISE! Erhebt Euch – gegen jede Form von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung –

sei es sexualisiert, körperlich, psychisch oder ökonomisch.

  • DISRUPT! Unterbrecht – ausbeuterische und patriarchalische Strukturen und setzt Euch ein für eine Welt der Gleichheit, Freiheit, Würde und des Friedens.
  • CONNECT! Verbindet Euch – denn ohne Solidarität unter Frauen kann es keine Veränderungen geben. Gemeinsam sind wir stark!

Weitere Veranstaltungen/Informationen:
www.onebillionrising-hamburg.de
www.facebook.com/onebillionrisinghamburg
www.onebillionrising.org

Pressekontakt:

One Billion Rising Hamburg

Christine Verselis

Birte Lühr

E-Mail: onebillionrising.hh@gmail.com

obr.hamburg@yahoo.de

Literatur-Café: Irmgard Keun

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Foto: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Anlässlich ihres Geburtstages am 6. Februar 1905 stellt das DENKtRÄUME-Team Biografisches sowie ausgewählte Texte aus dem Werk Irmgard Keuns vor.

Mit ihren Romanen Gilgi – eine von uns (1931) und Das kunst­sei­de­ne Mädchen (1932) trifft sie den Nerv der Zeit, den Lebenshunger junger Frauen in einer Krisenzeit, in einem am Film orientierten Schreibstil. Sie erhält glänzende Rezensionen, beide Romane werden in mehrere Sprachen übersetzt, und die junge Autorin ist auf einen Schlag im Ausland präsent, während in Deutschland ihre Karriere abbricht. Denn kaum sind die Nazis an der Macht, werden ihre Romane als „Asphaltliteratur mit anti­deutscher Tendenz“ verboten. Auf der Flucht und im Exil ver­fasst sie trotzdem drei Romane, in denen sie ihre Erlebnisse in Nazi-Deutschland (Nach Mitternacht, 1937) oder im Exil (D-Zug dritter Klasse; Kind aller Länder, 1938) verarbeitet. Das Ende des Krieges wartet sie illegal und anonym in Deutschland ab. Im Nachkriegsdeutschland kommt Irmgard Keun dann mit ihren bissigen Glossen und auch ihrem einzigen Roman (Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen, 1950) nie richtig an. Auch ihre Persönlichkeit und Lebensumstände spielten eine Rolle – alkoholkrank und medikamentensüchtig lebt sie mehrfach über Jahre in der geschlossenen Psychiatrie. Erst in den 1970er Jahren wurde sie (v. a. durch die Frau­enbe­we­gung) neu entdeckt. Beides, ihr Leben in seinem Auf und Ab zwischen Ruhm und Elend, und ihre freche, kunstvoll naive Rollenprosa, spiegelt sich bis heute im wiederholten Wechsel von Entdecken und Vergessen durch die literarische Öffentlichkeit. (zitiert nach: Sonja Hilzinger,Legendenumrankt: Irmgard Keun zum 105.

Im Herbst 2017 wird eine Werkausgabe im Wallmann-Verlag erscheinen. Dazu der Verlag: „Das Erscheinen der Keun-Werkausgabe verschiebt sich auf den Herbst 2017. Im Kölner Stadtarchiv wird – wie sich erst jetzt ergeben hat – voraussichtlich im Herbst 2016 eine der wichtigsten lebens- und werkgeschichtlichen Quellen wieder zugänglich sein. Da diese für den Kommentar von entscheidender Bedeutung ist und möglicherweise auch Hinweise auf bislang nicht zu ermittelnde Keun-Texte enthält, haben die Herausgeber zusammen mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung beschlossen, dass die Ausgabe im Herbst 2017 und nicht, wie ursprünglich angekündigt, in Herbst 2016 erscheinen wird. […] Diese Neuausgabe präsentiert erstmals das Gesamtwerk Irmgard Keuns. Sie enthält alle erhaltenen Texte Keuns von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre, darunter zahlreiche Wieder- und Neuentdeckungen. Es ist ein überraschend facettenreiches Werk, das neben den Romanen auch Kurzgeschichten und Satiren, Anti-Märchen und zeitkritische Glossen umfasst. Es zeigt die Autorin als scharfe und sensible Beobachterin der deutschen Zeitgeschichte und als eine Sprachkünstlerin, deren Rang immer noch zu entdecken ist.
In einem einleitenden Essay stellt die unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Schriftstellerin Ursula Krechel das vielschichtige und mitreißende Werk Irmgard Keuns vor. Der umfassende Kommentar von Heinrich Detering und Beate Kennedy erschließt die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, die zeitgeschichtlichen und literarischen Kontexte und erzählerische Verfahren der Werke.“ (Wallmann-Verlag)

Sonntag, 5. Februar 2017, 15.00 Uhr

Biografisches zu Irmgard Keun auf FemBio