Wir zeigen noch mal: „Die Revolution der Frauen“

La Révolution des femmes – Un Siècle de féminisme arabe

11111(Feminists Insha’Allah! – The Story of Arab Feminism)

Dokumentarfilm, Tunesien 2014, R.: Feriel Ben Mahmoud, 54 Min., engl. / frz. / arab. OF, dt. UT

Der Film erzählt die in Europa kaum bekannte Geschichte des arabischen Feminismus. Feriel Ben Mahmoud hat dafür Interviews mit Frauen aus verschiedenen Generationen in Ägypten, Marokko, Algerien, Tunesien, Saudi-Arabien sowie im Libanon geführt. Mit zum Teil unveröffentlichtem Archivmaterial belegt sie den seit mehr als einem Jahrhundert andauernden Kampf um Frauenrechte in den muslimisch geprägten Gesellschaften. Der Film zeigt auch, welche innenpolitischen Auseinandersetzungen, aber auch welche außenpolitischen Einflüsse die Emanzipationsbewegungen in den jeweiligen Ländern förderten oder zurückwarfen.

Zentrale Aussage des Films: Ohne Gleichberechtigung der Frauen gibt es auch keine Demokratie!

Zur Regisseurin: Feriel Ben Mahmoud, geb. 1976, studierte Geschichte und Politikwissenschaften in Paris. Seit 2001 produziert sie Dokumentarfilme zum Thema Frauenrechte in arabischen Ländern. Für “La révolution des femmes – Un siècle de féminisme arabe” erhielt sie auf Festivals weltweit zahlreiche Auszeichnungen.

Dienstag, 27. Juni 2017, 19.00 Uhr

Ort: Kino Metropolis, Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

Mit kurzen einführenden Beiträgen zum Film

Eintritt: regulärer Metropolis-Preis (7,50 €/5 € für Mitglieder)

Kooperation von DENKtRÄUME, Terre des Femmes, filia. die frauenstiftung, Yalla


 

Stellungnahme zum Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch

Nachtrag (14.5.2017):

FrauenmarschDa war noch alles gut: Begrüßung zum Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch hinter dem Motto der Veranstaltung: „Offene Tore – offene Herzen“. Dann ging es in überschaubarer Runde um die Binnenalster, am Ende dann sogar über die Mönckebergstraße und dann zurück auf den Rathausmarkt.

Auf der Schlusskundgebung passierte es dann: Die Veranstalterin rief in die „Menge“, ob sie nicht doch Necla Kelek hören wolle. Und so geschah es. Gegen alle Absprachen zu einem mühsam abgerungenen Kompromiss, um ein breites Bündnis wieder möglich zu machen, trat diese auf die Bühne und hielt ihre Rede.

Das war ein (zweiter) eklatanter Vertrauensbruch! Wir DENKtRÄUMErinnnen haben daraufhin sofort unsere Sachen gepackt und haben die Veranstaltung unter Protest verlassen. Und wir entziehen hiermit – sozusagen nachträglich – unsere Unterstützung des Frauen- und MigrantInnenmarsches, so ist keine Zusammenarbeit möglich!

12.5.2017:

Hier findet ihr die Stellungnahme des Hamburger Landesfrauenrats Hamburg, der wir uns anschließen. Auch wir haben lange Diskussionen geführt und uns – mit großen Zweifeln – dennoch entschlossen, die Demonstration weiterhin zu unterstützen. Es geht uns darum, das trotz allem Gemeinsame aufrechtzuerhalten, wünschen uns aber sehr, die begonnene Diskussion um eine „antirassistische, plurale und tolerante Gesellschaft“ mit allen Beteiligten weiterzuführen. Wir bedauern sehr, dass durch die nachträgliche und nicht abgesprochene Veränderung seitens der Kulturbrücke die Basis der Veranstaltung („Weltoffenheit, Selbstbestimmung, Menschlichkeit, gegenseitiger Respekt, Frieden, Freiheit und Demokratie“) nachhaltig erschüttert worden ist.

Außerdem findet ihr auf dieser Seite die Stellungnahme der Kulturbrücke Hamburg sowie das Statement verschiedener Initiativen, die sich von dem Frauen- und MigrantInnenmarsch distanzieren, dessen Inhalte wir in vielen Punkten teilen, aber – wie gesagt – dennoch eine andere Entscheidung getroffen haben.

 

Landesfrauenrat Hamburg: Stellungnahme zum Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch

Der Landesfrauenrat unterstützt weiterhin den 1. Hamburger Frauenmarsch, zu dem wir alle Menschen recht herzlich einladen.

Es gab Irritationen zur Auswahl der Rednerinnen und ein Statement zum Thema Kopftuch, das vorübergehend auf der Webseite des Frauenmarsches zu lesen war. In der Zwischenzeit wurde dieses entfernt, ein Beschluss gefasst, dass es keine Redebeiträge geben wird und eine offizielle Stellungnahme von der Kulturbrücke veröffentlicht.

Der Landesfrauenrat Hamburg wird als Ausstellerin am Samstag dabei sein, weil wir die Idee, gemeinsam gegen jede Form von Frauenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus und für mehr Weltoffenheit und gegenseitigen Respekt auf die Straße zu gehen, richtig und wichtig finden.

Die letzten Tage, in denen wir intensive Gespräche mit den verschiedensten Institutionen und Personen geführt haben, zeigen uns, dass ein Dialog in diesen Zeiten sehr wichtig und unbedingt notwendig ist. Diesen Dialog werden wir fortsetzen.

Kulturbrücke Hamburg e.. V.: Stellungnahme zum Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch

Die Kulturbrücke Hamburg e. V. distanziert sich von der Diskussion zum Thema des Kopftuches auf unserem Marsch am Sa. 13. Mai 2017.

In dem Artikel im Hamburger Abendblatt wurde die Kopftuchdiskussion als Hauptanliegen der Demonstration dargestellt. Frau Pourkian sprach über ihre persönlichen Ansichten als Privatperson, die sich nicht zwangsläufig mit denen der Vereine und Mitaussteller decken.

Kritisiert wurden lediglich die Umstände des Druckes und des Zwanges, unter denen einige Frauen das Kopftuch anlegen, um in Ruhe gelassen zu werden oder dazu gezwungen werden.

Das Kopftuch als ein freiwillig getragenes Zeichen religiöser und kultureller Zugehörigkeit zu tragen, ist das Recht und die Freiheit jeder erwachsenen Frau. Jede Frau, egal ob mit Kopftuch oder ohne, und jeder Mann sind herzlich eingeladen, am kommenden Samstag mit uns für Frieden, Freiheit und Demokratie einzustehen.

Das Hauptanliegen des Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsches ist und bleibt es, Brücken zu bauen, sich auszutauschen und kulturelle Gemeinsamkeiten zu feiern.

Statement: Distanzierung vom Frauen- und MigrantInnenmarsch am 13. Mai 2017 in Hamburg

Wir Unterzeichnenden dieses Statements stehen ein für eine Welt, in der alle Menschen unabhängig von Geschlechtsidentität, kultureller und sozialer Herkunft, Glaube, Alter, sozialem Status, Beeinträchtigung und sexueller Orientierung uneingeschränkt gleichberechtigt zusammenleben. Für eine Welt ohne Sexismus, sexualisierte Gewalt und Rassismus. Für die Erhaltung unserer demokratischen Grundwerte und eine Gesellschaft, die das Wohl aller im Blick hat.

Deshalb hatten viele von uns selbstverständlich unsere Unterstützung für den »Hamburger Frauen und MigrantInnenmarsch« zugesagt, um »[…] mit offenen Herzen, gemeinsam Hand in Hand um die Binnenalster zu marschieren.«➊
Das am 12.04.2017 vorgelegte Konzept dieser Veranstaltung beinhaltete die Kernthemen Weltoffenheit, Selbstbestimmung, Menschlichkeit, gegenseitiger Respekt, Frieden, Freiheit und Demokratie. Das Rahmenprogramm des Tages rief zur Feier der »Vielfalt der Menschen und Kulturen« auf.➋ All dies sind Werte, mit denen wir uns verbunden fühlen und uns solidarisch zeigen wollten.

Am Donnerstag, dem 04.05.2017, mussten viele der involvierten Unterzeichnenden leider umso überraschter feststellen, dass das von ihnen unterzeichnete Konzept und Programm nachträglich und ohne Absprache gravierend geändert worden ist. Ohne ihr Wissen und Zutun, wurde die Philosophie der Veranstaltung in eine Haltung verdreht, mit der wir uns eindeutig nicht identifizieren können und die zudem klar unseren Prinzipien widerspricht.

Folgende Passage wurde auf der Frauenmarsch-Webseite unter »Die Idee« hinzugefügt und mittlerweile wieder entfernt (Stand 06.05.2017)➌:

»Wir wollen Frauen, die aus Angst ein Kopftuch tragen, aufklären. Wir sind der Meinung, dass Verschleierung ein Symbol der Ausgrenzung — in allen ihren Formen sind, vorallem für die Mädchen, die nicht volljährig sind. Wir glauben, dass Emanzipation und Feminismus nicht mit einem Kopftuch vereinbar ist. Kopftuch ist nichts islamisches. Es ist ein historisches Produkt der Patriarchalen Gesellschaft, um Frauen zu kontrollieren. Viele entscheiden sich für das Kopftuch, um in Ruhe gelassen zu werden.«

In einem bevormundenden, belehrenden Ton entmündigt der Veranstalter kopftuchtragende Frauen, generalisieren und stigmatisieren diese. Ganz klar: Diese Haltung widerspricht unseren Grundlagen eines toleranten und pluralen Miteinanders in einer offenen, zugewandten Gesellschaft und unserem Anspruch auf Intersektionalität➍.

Besonders besorgniserregend und erschreckend ist das gesamte Vorgehen: Ohne die unterstützenden Organisationen, von denen sich viele als klar antirassistisch und interreligiös positionieren, zu informieren, wurde dieser intoleranten Haltung eine prominente Bühne im Namen aller geboten.

Als wäre mit diesem Vorgehen nicht schon ein Vertrauensbruch erreicht, mussten wir ebenfalls feststellen, dass beim Frauen- und MigrantInnenmarsch am 13. Mai wissenschaftlich wie politisch umstrittene Personen wie Necla Kelek eine Bühne geboten bekommen — eine prominente Vertreterin von anti-islamischen Weltanschauungen. Necla Kelek ist unter anderem für ihre Unterstützung von Thilo Sarrazins rassistischen Einwanderungs-Thesen bekannt, hat sich diskriminierend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur Sexualität von muslimischen Männern geäußert➎ und sorgt mit pseudo-wissenschaftlichem Populismus eher für Desintegration.

Wir distanzieren uns ausdrücklich nicht nur von der inzwischen von der Webseite entfernten Formulierung➏, sondern auch von den anfangs als Rednerinnen eingeladenen Personen➐ bzw. von den mit ihnen verbundenen Weltanschauungen und von dem Marsch als solchem.

Zudem fordern wir eine [noch nicht erfolgte] Stellungnahme der veranstaltenden Organisation und wünschen uns eine klare Distanzierung aller, die für eine antirassistische, plurale und tolerante Gesellschaft einstehen.

(Hamburg, 10.05.2017)


Das Statement wurde verfasst von den Organisator*innen des Sisters’ March und der SCHURA.
Unten folgt eine Liste diverser Initiativen, die in den vergangenen Tagen unterzeichnet haben. Wenn auch Sie und ihre Organisation dieses Statement unterstützen möchten, kontaktieren Sie uns bitte. Diese Liste wird zweimal täglich aktualisiert (bis Samstag, 15 Uhr). Wir übernehmen keine Verantwortung für die unterzeichnenden Organisationen und repräsentieren diese nicht.

Unterzeichnet von:
Sisters’ March
SCHURA — Rat Islamischer Gemeinschaften in Hamburg e.V.
Trust The Girls
Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V.
Jüdische Gemeinde Pinneberg
Integrationspunkt Hamburg IPV gemeinnützige UG
Multikulti Werkstatt e.V.
Stiftung Wohnbrücke Hamburg
Islamische Religionsgemeinschaft DITIB Hamburg und Schleswig-Holstein e.V.
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.
Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI)
Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation
Das interreligiöse Frauennetzwerk Hamburg
Christine Ebeling, Gängeviertel
Junge Islam Konferenz Hamburg (JIK)
Aktivist*innen von Refugees Welcome Karoviertel
BIG Bündnis Islamischer Gemeinden in Norddeutschland e.V.
Muslimische Frauengemeinschaft in Norddeutschland e.V.
Sisters united e.V.
Liberal-Islamischer Bund — Gemeinde Hamburg
Initiative Harburger Muslime
Deutsch-Ahwazischer Kultur Verein
Hazara Kultur Verein e.V. Hamburg
Bildungs- und Beratungskarawane e.V.


Fußnoten
➊ Zitat aus der Anfrage, die wir am 12.04.2017 von der Kulturbrücke Hamburg als E-Mail erhalten haben
➋ Pressemitteilung, Kulturbrücke April 2017
➌ Screenshots durch mehrere Personen liegen uns vor und können auf Nachfrage verschickt werden.
➍ Soziale Kategorien wie Gender, Ethnizität, Religion, Nation oder Klasse sollen nicht isoliert voneinander konzeptualisiert werden.
➎ https://www.youtube.com/watch?v=kYWA-INbTSE Im Interview mit dem ZDF »Forum am Freitag« (ursprünglich publiziert am 16.07.2010): »Die Menschen haben nicht die Fähigkeit, ihre Sexualität zu kontrollieren, und besonders der Mann nicht. Der ist ständig (…) herausgefordert und muss auch der Sexualität nachgehen (…) — und wenn er keine Frau findet, dann eben ein Tier…«
➏ am 05.05.2017 von der Frauenmarsch-Webseite entfernt
➐ Als Rednerin ist unter anderem auch Zana Ramadani aufgeführt. In ihrem Buch »Die verschleierte Gefahr« schreibt sie: »Das Kopftuch ist das Leichentuch der freien Gesellschaft”. Pauschalisierende Äußerungen, wie »Eine muslimische Frau, die ein Kopftuch trägt, erhebt sich über andere. Sie sagt damit: Ich bin etwas Besseres als Du.« zeugen von einer Haltung, die unserer Vorstellung von Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt widerspricht. Siehe hierzu auch: https://www.welt.de/vermischtes/article163576969/Zana-Ramadani-glaubt-das-Problem-muslimischer-Maenner-zu-kennen.html

 

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Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch

„FRAUEN STÄRKEN FRAUEN!“

Hamburgs Frauen gehen voran – für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde

Der Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch rund um die Binnenalster

Samstag, 13. Mai 2017, 14.00 Uhr

Was? Frauen- und MigrantInnenmarsch für die demokratischen Werte

Wann? Samstag, 13.5.2017, ab 14.00 Uhr Grußworte auf dem Rathausmarkt, ab 15.00 Uhr marschieren wir um die Binnenalster.  Im Anschluss ab 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr lädt die Kulturbrücke mit ihren MitveranstalterInnen die TeilnehmerInnen des Marsches zu einem Dialog mit den AusstellerInnen auf dem Rathausmarkt ein und es wird ein kulturelles Programm geboten werden.

Wo? Auf dem Hamburger Rathausmarkt

Wer? Frauen, MigrantInnen, Alt- und Neuhamburger jeder Nationalität.

Wir HamburgerInnen stehen ein für mehr Weltoffenheit, Selbstbestimmung, Menschlichkeit, gegenseitigen Respekt und Toleranz. Und für ein lebenswertes, sozial-gerechtes und friedvolles Miteinander.

Wir HamburgerInnen wehren uns gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit. Wir sagen „Nein!“ zu all denjenigen, die unsere Gesellschaft mit rechts-populistischer Propaganda und religiösem Fanatismus spalten wollen und so unsere Grundrechte auf Frieden, Freiheit und Demokratie zu erschüttern versuchen.

Was uns vereint, sind die demokratischen Werte, die unsere internationale Stadt und unser ganzes Land in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben. Mit einem vielfältigen künstlerischen Programm möchten wir die Vielfalt der Menschen und Kulturen feiern.

und viele andere Einrichtungen …

 

Warum die Linken und Feministinnen am Rechtspopulismus (nicht) schuld sind

antje-bild-lisa-1502-klein„Seit all den Debatten darüber, dass der Aufstieg der Rechtspopulist_innen in Europa und USA möglicherweise auch eine Schuld derer ist, die auf der „linken“ (und vor allem der feministischen) Seite zu überzogene und politisch korrekte Forderungen aufgestellt haben, trage ich ein Unbehagen mit mir herum […].

Was die Prinzipien angeht, so haben wir nicht überzogen. Es ist richtig, sich nicht mit ein bisschen weiblicher Freiheit und ein bisschen Akzeptanz von Homosexualität und ein bisschen Abbau weißer Überheblichkeit zufriedenzugeben, sondern hier radikal auf dem ganzen Programm zu bestehen.

Aber andererseits:

Ja, es stimmt, wir haben den Bogen überspannt, wir haben Fehler gemacht. […] Weil wir es, erst einmal an die Macht gekommen, vernachlässigt haben, für diese Ideale auch konkret einzutreten und sie zu vermitteln, und zwar überall und immer, auch an die Honks. […]

Freiheitliche Politik kommt nicht weit, wenn sie sich auf Macht kapriziert. Sie darf ihre Prinzipien auf keinen Fall aufgeben. Aber sie muss ihre Prinzipien anderen vermitteln. Wenn ihr das nicht gelingt, wird sie verlieren. […] Vermittlung ist das wahre Radikalsein.“

Antje Schrupp, Journalistin und Politikwissenschaftlerin, Bloggerin. Lebt in Frankfurt am Main. Studium der Politikwissenschaft, Philosophie und evangelischen Theologie in Frankfurt, seit 1992 Magistra Artium und seit 1999 Dr. phil. Redakteurin der Zeitung Evangelisches Frankfurt.

Mittwoch, 5. April 2017, 19.30 Uhr

Eintritt: 7 €/erm. 5 €

Literatur-Café: Irmgard Keun

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Foto: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Anlässlich ihres Geburtstages am 6. Februar 1905 stellt das DENKtRÄUME-Team Biografisches sowie ausgewählte Texte aus dem Werk Irmgard Keuns vor.

Mit ihren Romanen Gilgi – eine von uns (1931) und Das kunst­sei­de­ne Mädchen (1932) trifft sie den Nerv der Zeit, den Lebenshunger junger Frauen in einer Krisenzeit, in einem am Film orientierten Schreibstil. Sie erhält glänzende Rezensionen, beide Romane werden in mehrere Sprachen übersetzt, und die junge Autorin ist auf einen Schlag im Ausland präsent, während in Deutschland ihre Karriere abbricht. Denn kaum sind die Nazis an der Macht, werden ihre Romane als „Asphaltliteratur mit anti­deutscher Tendenz“ verboten. Auf der Flucht und im Exil ver­fasst sie trotzdem drei Romane, in denen sie ihre Erlebnisse in Nazi-Deutschland (Nach Mitternacht, 1937) oder im Exil (D-Zug dritter Klasse; Kind aller Länder, 1938) verarbeitet. Das Ende des Krieges wartet sie illegal und anonym in Deutschland ab. Im Nachkriegsdeutschland kommt Irmgard Keun dann mit ihren bissigen Glossen und auch ihrem einzigen Roman (Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen, 1950) nie richtig an. Auch ihre Persönlichkeit und Lebensumstände spielten eine Rolle – alkoholkrank und medikamentensüchtig lebt sie mehrfach über Jahre in der geschlossenen Psychiatrie. Erst in den 1970er Jahren wurde sie (v. a. durch die Frau­enbe­we­gung) neu entdeckt. Beides, ihr Leben in seinem Auf und Ab zwischen Ruhm und Elend, und ihre freche, kunstvoll naive Rollenprosa, spiegelt sich bis heute im wiederholten Wechsel von Entdecken und Vergessen durch die literarische Öffentlichkeit. (zitiert nach: Sonja Hilzinger,Legendenumrankt: Irmgard Keun zum 105.

Im Herbst 2017 wird eine Werkausgabe im Wallmann-Verlag erscheinen. Dazu der Verlag: „Das Erscheinen der Keun-Werkausgabe verschiebt sich auf den Herbst 2017. Im Kölner Stadtarchiv wird – wie sich erst jetzt ergeben hat – voraussichtlich im Herbst 2016 eine der wichtigsten lebens- und werkgeschichtlichen Quellen wieder zugänglich sein. Da diese für den Kommentar von entscheidender Bedeutung ist und möglicherweise auch Hinweise auf bislang nicht zu ermittelnde Keun-Texte enthält, haben die Herausgeber zusammen mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung beschlossen, dass die Ausgabe im Herbst 2017 und nicht, wie ursprünglich angekündigt, in Herbst 2016 erscheinen wird. […] Diese Neuausgabe präsentiert erstmals das Gesamtwerk Irmgard Keuns. Sie enthält alle erhaltenen Texte Keuns von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre, darunter zahlreiche Wieder- und Neuentdeckungen. Es ist ein überraschend facettenreiches Werk, das neben den Romanen auch Kurzgeschichten und Satiren, Anti-Märchen und zeitkritische Glossen umfasst. Es zeigt die Autorin als scharfe und sensible Beobachterin der deutschen Zeitgeschichte und als eine Sprachkünstlerin, deren Rang immer noch zu entdecken ist.
In einem einleitenden Essay stellt die unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Schriftstellerin Ursula Krechel das vielschichtige und mitreißende Werk Irmgard Keuns vor. Der umfassende Kommentar von Heinrich Detering und Beate Kennedy erschließt die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, die zeitgeschichtlichen und literarischen Kontexte und erzählerische Verfahren der Werke.“ (Wallmann-Verlag)

Sonntag, 5. Februar 2017, 15.00 Uhr

Biografisches zu Irmgard Keun auf FemBio

DDF – Es geht los!

© Bildnachweis: Archiv der deutschen Frauenbewegung

© Bildnachweis: Archiv der deutschen Frauenbewegung

Ab heute – 1.10.2016 – ist es so weit! Wir starten das Digitalisierungsprojekt: „Materialien der Neuen Frauenbewegung / Hamburg“ aus dem Archiv von DENKtRÄUME – im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF), finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Näheres findet ihr bei i. d. a. , unserem Dachverband der Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen im deutschsprachigen Raum. Ab 2018 wird das DDF unter www.frauenarchiv.de zugänglich sein. Projektleiterin ist Inga Müller, unsere Bibliothekarin (auch seit heute!).

Wir freuen uns!

 

 

In Gedenken an Uta

Denn ich bin ein Mensch gewesen
Und das heißt eine Kämpferin sein.

(frei nach Goethe)

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Erst jetzt haben wir davon erfahren: Am Sonntag, den 24.07.2016, wurde Uta Segler tot in ihrer Wohnung aufgefunden.

Wir haben sie über Jahrzehnte als engagierte Streiterin für den Feminismus gekannt, auf unseren Veranstaltungen und anderswo … unermüdlich neugierig und immer an Diskussionen interessiert, zuletzt noch bei der Veranstaltungsreihe zum 8. März: Wer braucht Feminismus?

Uta ist 79 Jahre alt geworden.

Nachruf von Jürgen Voss –  Nachruf auf indymedia

Vernissage: Wer braucht Feminismus?

Vernissage der Ausstellung: Wer braucht Feminismus? am 18.2.2016 im Mercado