Unsere nächste Veranstaltung

Yongi oder die Kunst, einen Toast zu essen

Dienstag, 18.12.2018, 19.30 Uhr  

Katrin Wolf (filia) im Gespräch mit der Autorin Young-Nam Lee-Schmidt zum Tag der Migrant*innen

Eintritt: 7 €/5 € erm.
Ort: hamburger frauenbibliothek, Grindelallee 43, Sauerberghof rechts

indexEinen rich­tigen Namen
gab man uns Mädchen da­mals nicht.
„Yongi“, wie man mich meist rief,
war eher etwas Allge­meines,
kein wirk­lich persönli­cher Name.

„Am 13.11.1974 kam ich zusammen mit weite­ren 155 koreani­schen Krankenschwe­­stern, alle Anfang 20, in Deutschland an. […] In den Me­dien wurden wir als hart und fleißig arbei­ten­de »Engel mit den Mandel­augen aus Korea« immer sehr gelobt, weil wir so »freund­lich und fleißig« waren. Zunehmend genos­sen wir auch die neuen Freiheiten, welche sich in unserem Gastland boten, an die wir in unse­rer Hei­mat nicht einmal hätten denken können: Reisen, Schwim­men gehen, Fahrrad fahren, Ski fahren, Auto fahren etc.

Meine Seele wurde von einer „eisernen Kette“ befreit.

Das neue Leben hat mir Mut und Kraft gegeben und mir eine ganz neue Welt eröffnet. […] Auch das Erlebnis der grenzenlosen Freiheit, welches wir in Korea nie gekannt hatten, hat mich sehr geprägt. Es wäre schön, wenn ich dieses Lebensgefühl an künftige Ausländergenerationen übermitteln könnte.“ (Young-Nam Lee-Schmidt)

29. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg | International Queer Film Festival

Wir sind dabei! Und präsentieren einen Film über die amerikanische Dichterin Emily Dickinson:

Wild Nights with Emily (OmU)

Mittwoch, 17.10. 22:30 // Metropolis Kino

Tickets: Infos zum Vorverkauf // Online-Tickets

Wild Nights with Emily

Madeleine Olnek (US, 2018, 84’)
Sprache: Englisch, Untertitel: Deutsch

WildNightswithEmily_11Alte Jungfer oder Frauen liebende Frau? Nicht nur Literaturwissenschaftler_innen streiten darüber, ob Emily Dickinson (1830-1886) einfach zurückgezogen lebte, oder ein geheimes Liebesleben pflegte. Wäre es nicht wunderbar, wenn wir ein historisches, queeres Vorbild mehr hätten? Und dann noch eine feinsinnige Poetin, deren Dichtkunst ihrer Zeit weit voraus war. Madeleine Olneks Biopic erzählt zwei Versionen von Emilys Lebensgeschichte: eine öffentliche und eine private. Die öffentliche wird posthum von Mabel Todd geprägt, der selbsternannten Herausgeberin und Geliebten ihres Bruders. Mabel bemächtigt sich in Vorträgen sowie mit heißgerubbeltem Radiergummi des künstlerischen Erbes und entwirft das allgemein bekannte Image der Poetin. Doch die Bilder auf der Leinwand erzählen ebenso von Emilys Bemühungen, veröffentlicht zu werden – und ihrer lebenslangen Beziehung mit ihrer Jugendfreundin und Schwägerin Susan. Das ist der Stoff, aus dem Tragödien sind. Doch wer sich an sexy Intimtoupées („Foxy Merkins“, LSF 2014) erinnert, weiß, dass uns ein Film mit trocken-warmherzigen Humor erwartet.

Madeleine Olnek’s biopic on Emily Dickinson (1830–1886) tells two versions of her story. Self-appointed editor Mabel Todd, Emily’s brother’s mistress, coined posthumously the official personae of the poet. The images on the screen tell the other story: of Emily’s struggles to be published and her relationship with her sister-in-law, Susan. Those who remember “Foxy Merkins” (HIQFF 2014) or “Codependents Lesbian Space Aliens” (HIQFF 2011) know to expect a film told with a dry, yet affectionate humour.

[Aus dem Timetable lsf hamburg/Queer Film Festival / https://www.lsf-hamburg.de]lsf

Unsere nächste Veranstaltung 30.9.18:

Ich bin, du bist … oder die Herausforderungen des Übersetzens für Geflüchtete

Zum Tag der Übersetzer_innen am 30.9.2018: Ausschnitte aus Die undankbare Fremde von Irena Brezna in vielfältigen Stimmen

Der in sieben Sprachen übersetzte Text wird in Ausschnitten von der Autorin Irena Brežná selbst und von einigen Muttersprachlerinnen bzw. Übersetzerinnen vorgelesen und diskutiert.

breznaZum einen ist Die undankbare Fremde die Geschichte einer jungen Frau, die 1968 aus der CSSR in die Schweiz emigriert und dort versucht, sich zurechtzufinden, auch sprachlich. Zum anderen werden die Geschichten vieler Menschen, die in der Schweiz Asyl suchen und für die die Protagonistin übersetzt, erzählt.

Die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Übersetzens werden im Mittelpunkt dieser Lesung stehen.

Mit einem interkulturellen Buffet wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Sonntag, 30. September 2018, 17.00 Uhr

Eintritt: 5 €

 Irena Brežná wurde 1950 in Bratislava geboren. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei 1968 emigrierte sie mit den Eltern in die Schweiz. An der Universität Basel schloss sie ihr Studium in Slawistik, Philosophie und Psychologie ab. Sie arbeitete als Journalistin für deutschsprachige Medien, auch als Kriegsreporterin. Zudem war sie Psychologin, Dolmetscherin, Russischlehrerin, Menschenrechtlerin und humanitäre Helferin. Sie ist Autorin von neun Büchern, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und erhielt zwölf Preise für Publizistik und Literatur, in Deutschland, der Schweiz und der Slowakei.

Unsere nächste Veranstaltung

Fa(t)shionista

VS_9783864930539-Albrecht-Fatshionista_U1.inddRund und glücklich durchs Leben
(Ullstein Verlag, 2018)

Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune.

Magda Albrecht, Autorin, Bloggerin, Musikerin. Sie macht politische Bildungsarbeit, hält Vorträge und gibt Workshops zu den Themen Körpernormen (insbesondere Dickendiskriminierung), Strategien zur Selbstermächtigung und queer_feministischer Aktivismus.

Mittwoch, 27. Juni 2018, 19.30 Uhr

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt: 3 €

in Kooperation mit PINKSTINKS

Fem*Quiz

Quiz_1So oder so ähnlich könnten die Fragen des ersten Hamburger Fem*Quiz lauten … Wir DENKtRÄUMErinnen wollen eine neue Reihe starten: An den jeweiligen Quiz-Terminen treten Teams von bis zu 4 Mitspielerinnen an, die über sechs Runden mit jeweils 6 Frageblöcken gegeneinander antreten. Die Themen sind queerbeet angelegt. Ob Bilderrätsel, Hörprobe oder Videoclip – Hauptsache der Spaß kommt nicht zu kurz! Und am Ende des Turniers gibt’s natürlich einen Fem*Quiz-Preis!

Wer noch kein Team hat, darf sehr gerne auch alleine vorbei kommen und vor Ort spontan eine Gruppe bilden.

Und Kaffee + Kuchen und Tee + Torten gibt’s auch.

Eintritt: 5 €

Sonntag, 11. März 2018, 15.00 Uhr

Unsere nächste Veranstaltung: Bücher-Café

Erlesenes für Frauen*

Sonntag, 3. Dezember 2017, 15.00 Uhr

rotessofa2Das DENKtRÄUME-Team hat sich wieder für euch umgesehen und gibt druckfrische Bücher-Tipps für lange Winternächte (und kurze -tage) …

Das DENKtRÄUME-Team präsentiert dreimal im Jahr aktuelle frauen*relevante Neuerscheinungen. Nach der Leipziger Buchmesse im Frühjahr, im Sommer mit dem Schwerpunkt Urlaubslektüre und im Winter mit Neuigkeiten von der Frankfurter Buchmesse. Dazu gibt es immer einen gutsortierten Bücherflohmarkt, eine Tombola mit tollen Preisen (Leseausweise, Büchergeschenke …) und – last not least: leckeren selbst gebackenen Kuchen!

Eintritt: frei

Literatur-Café: Irmgard Keun

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Foto: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Anlässlich ihres Geburtstages am 6. Februar 1905 stellt das DENKtRÄUME-Team Biografisches sowie ausgewählte Texte aus dem Werk Irmgard Keuns vor.

Mit ihren Romanen Gilgi – eine von uns (1931) und Das kunst­sei­de­ne Mädchen (1932) trifft sie den Nerv der Zeit, den Lebenshunger junger Frauen in einer Krisenzeit, in einem am Film orientierten Schreibstil. Sie erhält glänzende Rezensionen, beide Romane werden in mehrere Sprachen übersetzt, und die junge Autorin ist auf einen Schlag im Ausland präsent, während in Deutschland ihre Karriere abbricht. Denn kaum sind die Nazis an der Macht, werden ihre Romane als „Asphaltliteratur mit anti­deutscher Tendenz“ verboten. Auf der Flucht und im Exil ver­fasst sie trotzdem drei Romane, in denen sie ihre Erlebnisse in Nazi-Deutschland (Nach Mitternacht, 1937) oder im Exil (D-Zug dritter Klasse; Kind aller Länder, 1938) verarbeitet. Das Ende des Krieges wartet sie illegal und anonym in Deutschland ab. Im Nachkriegsdeutschland kommt Irmgard Keun dann mit ihren bissigen Glossen und auch ihrem einzigen Roman (Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen, 1950) nie richtig an. Auch ihre Persönlichkeit und Lebensumstände spielten eine Rolle – alkoholkrank und medikamentensüchtig lebt sie mehrfach über Jahre in der geschlossenen Psychiatrie. Erst in den 1970er Jahren wurde sie (v. a. durch die Frau­enbe­we­gung) neu entdeckt. Beides, ihr Leben in seinem Auf und Ab zwischen Ruhm und Elend, und ihre freche, kunstvoll naive Rollenprosa, spiegelt sich bis heute im wiederholten Wechsel von Entdecken und Vergessen durch die literarische Öffentlichkeit. (zitiert nach: Sonja Hilzinger,Legendenumrankt: Irmgard Keun zum 105.

Im Herbst 2017 wird eine Werkausgabe im Wallmann-Verlag erscheinen. Dazu der Verlag: „Das Erscheinen der Keun-Werkausgabe verschiebt sich auf den Herbst 2017. Im Kölner Stadtarchiv wird – wie sich erst jetzt ergeben hat – voraussichtlich im Herbst 2016 eine der wichtigsten lebens- und werkgeschichtlichen Quellen wieder zugänglich sein. Da diese für den Kommentar von entscheidender Bedeutung ist und möglicherweise auch Hinweise auf bislang nicht zu ermittelnde Keun-Texte enthält, haben die Herausgeber zusammen mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung beschlossen, dass die Ausgabe im Herbst 2017 und nicht, wie ursprünglich angekündigt, in Herbst 2016 erscheinen wird. […] Diese Neuausgabe präsentiert erstmals das Gesamtwerk Irmgard Keuns. Sie enthält alle erhaltenen Texte Keuns von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre, darunter zahlreiche Wieder- und Neuentdeckungen. Es ist ein überraschend facettenreiches Werk, das neben den Romanen auch Kurzgeschichten und Satiren, Anti-Märchen und zeitkritische Glossen umfasst. Es zeigt die Autorin als scharfe und sensible Beobachterin der deutschen Zeitgeschichte und als eine Sprachkünstlerin, deren Rang immer noch zu entdecken ist.
In einem einleitenden Essay stellt die unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Schriftstellerin Ursula Krechel das vielschichtige und mitreißende Werk Irmgard Keuns vor. Der umfassende Kommentar von Heinrich Detering und Beate Kennedy erschließt die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, die zeitgeschichtlichen und literarischen Kontexte und erzählerische Verfahren der Werke.“ (Wallmann-Verlag)

Sonntag, 5. Februar 2017, 15.00 Uhr

Biografisches zu Irmgard Keun auf FemBio