Geschichte

[Foto aus: Hof-Atelier Elvira 1887-1928, hrsg. von Rudolf Herz u. Brigitte Bruns, München 1985, S. XIV (Privatbesitz Gabriele Braun-Schwarzenstein)]

“Die Geschichte aller Zeiten und die heutige ganz besonders, lehrt, daß diejenigen auch vergessen wurden, welche an sich selbst zu denken vergaßen.”

 

(Louise Otto-Peters in: FrauenZeitung, Nr. 1 vom 21. April 1849, S. 1)

In der hamburger frauen*bibliothek haben sich 2003 die drei großen Hamburger Frauen*bibliotheken

  • DENKtRÄUME
  • Hamburger Bibliothek für Frauenfragen – Landesfrauenrat Hamburg e.V.
  • Zentrale Bibliothek Frauenforschung & Gender Studies der hochschulübergreifenden Koordinationsstelle für Frauenstudien, Frauen- und Geschlechterforschung, Gender und Queer Studies

zusammengeschlossen. Einerseits mit dem Ziel, Nutzung, Recherche und Forschung zu erleichtern, andererseits aber auch, um deutlich zu machen, welch vielfältiges und umfangreiches Frauen*Wissen in Hamburg zusammengetragen wurde: von wahrhaftigen historischen Schätzen über wissenschaftliche Fachliteratur aus den verschiedensten Disziplinen (und v. a. auch interdisziplinär) bis zu aktuellen politischen Themen. Nicht zu vergessen der umfangreiche Bestand an Belletristik, darunter so manche Rarität. Viele der Bücher gibt es inzwischen nur bei uns, sei es, dass sie von den Öffentlichen Bücherhallen längst aussortiert und von anderen Bibliotheken nie angeschafft wurden oder sei es, weil sie längst vom Buchmarkt verschwunden sind.
Vergessenes Frauen*Wissen überhaupt erst einmal aufzuspüren, Gefundenes zu archivieren, Gesammeltes öffentlich und damit wieder nutzbar zu machen – all dies waren Motive für die Gründung der drei beteiligten Bibliotheken, in den 1960er Jahren die einen, in den frühen 1980er Jahren die anderen. Doch die ersten Frauen*bibliotheken wurden schon Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Wer sich für die Geschichte der Frauen*bibliotheken interessiert, findet bei i.d.a. mehr:

Auch die hamburger frauen*bibliothek hat – trotz der kurzen Zeit – schon eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 2003 von DENKtRÄUME gegründet und feierlich eingeweiht, schien sie schon 2004 am Ende zu sein: Dem Frauen*bildungszentrum DENKtRÄUME wurde, nach über 20jähriger Geschichte und langjähriger Förderung, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Hamburg endgültig gestrichen. Das schien auch das Aus für die hamburger frauen*bibliothek zu bedeuten, da Räume, Personalkosten und Bibliotheksbetrieb nicht allein von Spenden und Einnahmen zu finanzieren gewesen wären. Nach vielen Protesten, aus Hamburg und dem In- und Ausland, nach vielen Gesprächen und Verhandlungen wurde eine Lösung gefunden: Ab 2005 übernahm der Landesfrauenrat Hamburg e.V. die Trägerschaft der hamburger frauen*bibliothek, die nun in Kooperation mit DENKtRÄUME betrieben wird. Die Bibliothek der universitären Koordinationsstelle bleibt eigenständig assoziiert. In einem Kooperationsvertrag wurde die neue Form der Zusammenarbeit niedergelegt. Er wurde am 1.8.2005 von Kordula Leites (Landesfrauenrat Hamburg e.V.) und Reingard Wagner (DENKtRÄUME – Frauen* lernen gemeinsam e.V.) unterschrieben. Der Landesfrauenrat trägt nun die Kosten für die Räume und die Personalkosten, eine 15-Stunden-Stelle für die Leitung und eine 400-Euro-Stelle für die Bibliothekarin (gefördert von der Behörde für Justiz und Gleichstellung), DENKtRÄUME stellt ihren Buch- und Archivbestand, das Bibliotheksequipment sowie sämtliche Ausstattung und Technik zur Verfügung, finanziert die Neuerwerbungen der Bibliothek, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die laufenden Verwaltungskosten. Dies ist möglich durch die Einnahmen aus Veranstaltungen und die Geld-, Sach- und Zeitspenden zahlreicher Unterstützerinnen.

Im Oktober 2004 hat sich ein ehrenamtliches DENKtRÄUME-Team gegründet, das u.a. die Weiterführung des Programms sicherstellt.

Außerdem wurde ein Bibliotheksbeirat gebildet, der in beratender Funktion die Bibliothek begleitet.

Wissenschaftliche Beratung der Bibliothek:

Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung)