8. März

Zur Geschichte des Internationalen Frauentags:
frauen1911

1909 setzten Arbeiterinnen und nordamerikanische Sozialistinnen den ersten nationalen Frauenkampftag durch, um das Frauenwahlrecht zu propagieren.Ein Jahr später wurde auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz, initiiert durch Clara Zetkin, die Durchführung des ersten Internationalen Frauentages am 19. März 1911 beschlossen. Dieses Datum sollte zum einen an die Gefallenen der Revolution 1848 in Berlin und den ersten Versuch einer proletarischen Revolution in der Pariser Commune (18. März – 28. Mai 1871) erinnern. Diese Daten sollten den revolutionären Charakter des Frauentages unterstreichen.

Die Forderungen 1911:

  • Kampf gegen den imperialistischen Krieg
  • Wahl- und Stimmrecht für Frauen
  • Arbeitsschutzgesetze
  • ausreichender Mutter- und Kinderschutz
  • Achtstundentag
  • gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung
  • Festsetzung von Mindestlöhnen

f_tagFür die Festsetzung des Datums auf den 8. März gibt es mehrere Anhaltspunkte:

  • 8. März 1857: Streik von Textilarbeiterinnen in New York
  • 8. März 1908: Streik von Textilarbeiterinnen der New Yorker „Cotton“ Fabrik, die Frauen wurden eingeschlossen, um eine Solidarisierung mit anderen Belegschaften zu verhindern. Dann brach ein Feuer aus und 129 Frauen kamen zu Tode.
  • 8. März 1917: Streik von Textilarbeiterinnen in St. Petersburg, dieser Streik und die folgenden Demonstrationen waren der Auslöser für die „Februarrevolution“ in Russland

brot und rosenWarum Brot und Rosen?

„Bread and roses“ ist ein Lied, welches 1912 die streikenden Textilarbeiterinnen sangen, und es wurde so zum Motto der amerikanischen Frauenbewegung.

In Deutschland stand 1986 der Internationale Frauentag unter dem Motto „Brot und Rosen“. Es war das 75. Jubiläum des Internationalen Frauentages.

Brot steht für:

  • Recht auf Arbeit
  • Gerechte Entlohnung
  • Gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen
  • Menschengerechte Arbeitsbedingungen
  • Berufliche Entfaltung und Fortentwicklung
  • Eigenständige soziale Sicherung für die Frau

Rosen steht für:

  • Die Möglichkeit mit Kinder zu leben und berufstätig zu sein
  • Familiengerechte Arbeitszeiten
  • Die Befriedigung kultureller Bedürfnisse
  • Eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt
  • Die gleichberechtigte Teilhabe von Männer an Hausarbeit und Kindererziehung
  • Humane Politikformen
  • Toleranz
  • Frieden