roses

powerrose„Keine Rose ohne Stacheln”

DENKtRÄUME hat sich die Rose als Motiv erwählt: wegen der Schönheit – aber auch wegen der Stacheln. In diesem Sinne stellen wir unsere Veranstaltungen zusammen: Es geht um Schönheit (Kultur), aber auch um Politik, auch um das Widerständige.
Dabei beziehen wir uns auf verschiedene Traditionen:

 

books_roses“books and roses”

Der 23. April ist der Welttag des Buches. Seine Geschichte geht zurück auf eine katalanische Tradition. An diesem Tag feiern die Katalan_innen den Namenstag ihres Volksheiligen Sant Jordi (St. Georg) und schenken einander Rosen. Auf die Initiative von Buchhändler_innen in Barcelona wurden seit 1923 dazu auch Bücher verschenkt – um Kultur und Schönheit miteinander zu verbinden. Die UNESCO erklärte ab 1995 den 23. April zum Welttag des Buches.

 

 

brot und rosen“bread and roses”

Beim sogenannten Brot-und-Rosen-Streik (1912) von mehr als 20.000 Textilarbeiterinnen in New York forderten die kämpfenden Frauen nicht nur gerechten Lohn (Brot), sondern auch eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung (Rosen). Ihre Streikparole wurde auch als Lied bekannt und gehört seitdem zur Internationalen Gewerkschaftsbewegung und zur Frauenbewegung. Es endet mit:

“Her mit dem ganzen Leben: Brot und Rosen!”

Und nicht zuletzt sang Hildegard Knef 1968: „Für mich soll’s rote Rosen regnen … mir sollten sämtliche Wunder begegnen, die Welt sollte sich umgestalten und ihre Sorgen für sich behalten …“

betteFoto: Annie Leibovitz „Bette Midler, New York City, 1979″, aus: „Annie Leibovitz: Photographs (1983). Quelle: http://www.charitybuzz.com/celebrities/12/catalog_items/79843

Für mich soll’s rote Rosen regnen

Mit 16 sagte ich still: ich will,
will groß sein, will siegen,
will froh sein, nie lügen;
mit 16 sagte ich still: ich will,
will alles oder nichts.

Für mich solls rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen,
die Welt sollte sich umgestalten
und ihre Sorgen für sich behalten.

Und später sagte ich noch:
Ich möcht verstehen, erfahren, bewahren,
und später sagte ich noch:
Ich möcht nicht allein sein und doch frei sein.

Für mich solls rote Roten regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen,
das Glück sollte sich sanft entfalten,
es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten.

Und heute sage ich still:
Ich sollte mich fügen, begnügnen;
ich kann mich nicht fügen, kann mich nicht begnügnen:
will immer noch siegen, will alles oder nichts.

Für mich solls rote Rosen regnen,
mir sollten ganz neue Wunder begegnen;
mich fern vom Alten neu entfalten,
von dem, was erwartet
das meiste halten.

Ich will, ich will.

(Hildegard Knef)

 

Gertrude Stein: Die Welt ist rund

 

gsteinRose ist ein junges Mädchen, das einen Berg besteigt.
Ein Mädchen voller Lebensmut und Zuversicht. Auf dem Weg nach oben bleibt sie stehen und schreibt ihren Namen in eine Baumrinde: ROSE. Und weil sie das Schöne liebt und ihr Name zugleich die schönste aller Blumen bezeichnet, schreibt sie: Rose ist eine Rose. Und weil der Baum nun einmal rund ist und man ohne abzusetzen weiterschreiben kann, wird daraus:
Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose