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	<title>r &#8211; Frauen*bildungszentrum DENKtRÄUME</title>
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		<title>Lesetipp: Toni Morrison, „Rezitativ“</title>
		<link>https://www.denktraeume.de/2023/05/30/lesetipp-toni-morrison-rezitativ/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DENKtRÄUME]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2023 11:42:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipp]]></category>
		<category><![CDATA[r]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Rezension zu "Rezitativ" von Toni Morrison<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.denktraeume.de/2023/05/30/lesetipp-toni-morrison-rezitativ/"><span>Weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2023/03/Morrision_Rezitativ.png" alt="" class="wp-image-8783" width="268" height="433" srcset="https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2023/03/Morrision_Rezitativ.png 536w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2023/03/Morrision_Rezitativ-186x300.png 186w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2023/03/Morrision_Rezitativ-500x807.png 500w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2023/03/Morrision_Rezitativ-93x150.png 93w" sizes="(max-width: 268px) 100vw, 268px" /></figure>
</div>


<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Zwei kleine Mädchen, die wussten, was auf der ganzen Welt sonst niemand wusste – wie man keine Fragen stellt. Wie man glaubt, was man glauben muss. In dieser Zurückhaltung lag eine Höflichkeit und auch etwas Großzügiges. Ist deine Mutter auch krank? Nein, sie tanzt nur die ganze Nacht. Achso – und dazu ein verständnisvolles Nicken.</p>
<cite>(S. 27)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Vierzig Jahre nach ersten Veröffentlichung liegt nun die deutsche Version der einzigen Erzählung der Nobelpreisträgerin Toni Morrison vor. Sie ist das Experiment, bei einer Erzählung über eine Schwarze und eine <em>weiße</em> Figur den Lesenden keinerlei rassifizierende Codes an die Hand zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir Leser*innen als “Versuchskaninchen” sind mehr oder minder unablässig bemüht, Hinweise auf das „Typische” der Figuren hinsichtlich der Hautfarbe zu finden, um schubladieren zu können. Doch wenn ein Indiz für eine Sachlage spricht, so spricht das nächste für die gegenteilige. Mit dem Ergebnis, dass beide Figuren changieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Twyla und Roberta sind zwei von Armut betroffene Mädchen, die sich zum ersten Mal im Alter von acht Jahren in einem Kinderheim begegnen, unzertrennlich werden, sich dann aus den Augen verlieren, später aber einander einige Male über den Weg laufen. Nicht immer freundlich gesinnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch in der Erzählung gibt es eine Figur, die Küchenhilfe des Kinderheims, Maggie, die noch ohnmächtiger ist, als Twyla und Roberta. Und die Art, in der die beiden mit ihr umgehen oder später umgegangen zu sein glauben, ist Morrisons Erinnerung an uns, wie wir mit den noch Machtloseren, den „Niemanden” dieser Welt umzugehen tendieren – im zweitbesten Falle gedankenlos.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Was zum Teufel war da bloß mit Maggie?</p>
<cite>(S. 44)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das Nachwort von Zadie Smith ist ein gehaltvoller Essay, der uns das Werk Morrisons nahebringt und unter anderem aus einer Rede von Morrison zitiert, in der sie die Struktur der rassistischen Unterdrückung aufschlüsselt, die auch die Struktur des Faschismus ist. (Merkenswert!)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Smith betrachtet Rassismus als eine Art Faschismus, „womöglich die bösartigste und langlebigste” und geht weiter auf die Konsequenzen des Schwarz-Weiß-Denkens ein, dessen Binärität die Komplexität des Lebens nie ganz erfassen kann. Der Essay endet mit den Worten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Was immer mit Maggie war, wurde ihr von Menschen angetan. Von Menschen wie Twyla und Roberta. Von Menschen wie Ihnen und mir.</p>
<cite>(S. 92)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Erzählung und Nachwort sind nicht nur für Morrison- und Smith-Fans ein absoluter Gewinn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Toni Morrison: Rezitativ. Mit einem Nachwort von Zadie Smith, Rowohlt Verlag 2023, 92 Seiten, 20 Euro</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In unserer Bibliothek ausleihbar unter der Signatur: <strong>R Mor 3/12</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Margret</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lesetipp: Fank/Arend (Hg.), &#8222;Ravensbrück denken&#8220;</title>
		<link>https://www.denktraeume.de/2021/05/25/lesetipp-fank-arend-hg-ravensbrueck-denken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DENKtRÄUME]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 May 2021 10:24:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipp]]></category>
		<category><![CDATA[r]]></category>
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					<description><![CDATA[Rezension zu "Ravensbrück denken", herausgegeben von Sabine Arend und Petra Fank<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.denktraeume.de/2021/05/25/lesetipp-fank-arend-hg-ravensbrueck-denken/"><span>Weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Festschrift zum Abschied von Insa Eschebach als Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-690x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6210" width="204" height="303" srcset="https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-690x1024.jpg 690w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-202x300.jpg 202w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-768x1140.jpg 768w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-500x742.jpg 500w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-800x1187.jpg 800w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-1280x1900.jpg 1280w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-1035x1536.jpg 1035w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-1380x2048.jpg 1380w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck-101x150.jpg 101w, https://www.denktraeume.de/wp-content/uploads/2021/03/Fank_Ravensbrueck.jpg 1725w" sizes="(max-width: 204px) 100vw, 204px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Insa Eschebach leitete die Gedenkstätte von 2005 bis 2020, davor war sie in der Gedenkstätte Neuengamme tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von 1939 bis 1945 wurden in dem Konzentrationslager 120.000 Frauen aus 30 Nationen, darunter 40.000 Polinnen, gequält, gefoltert und ermordet. Den Autorinnen und Autoren ging es nicht darum, die Geschichte des KZ für Frauen von 1939 bis 1945 akribisch nachzuverfolgen. In ihren Beiträgen verstehen sie sich als Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter von Eschebach, die Ravensbrück ausgehend von dem Verständnis der Gedenkstätte als Orte der Erinnerungen und Rituale der Gedenkveranstaltungen als Ort der politisch-historischen Bildung entwickelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generationengespräche mit Überlebenden und ihren Angehörigen waren ihr dabei wichtig und finden als Biografien Niederschlag im Buch. Mit (immer noch) gesellschaftlichen Tabus belegte Themen wurden von den Autorinnen und Autoren unter genderbezogenen Ansätzen erforscht. Dazu gehörten sexualisierte Gewalt, Zwangsprostitution – auch in Konzentrationslagern, auch in Ravensbrück. Opfergruppen der politischen Widerstandskämpferinnen, christliche Widerständige werden gewürdigt sowie Frauen, die bei den Nationalsozialisten als arbeitsscheu verleumdet wurden und als asozial. Ebenso Gefangene, die nicht in das von den Nazis verherrlichte Frauenbild passten, weil sie beschuldigt wurden, wechselnde Männerbeziehungen zu haben – oder als lesbisch galten. Aus dieser Gruppe kämpften Überlebende nach dem Krieg vergeblich um Anerkennung, die aufgeführten Biografien Überlebender zeigen es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schwer es für lesbische Häftlinge war (und ist) Anerkennung zu finden, zeigt der Beitrag „eine Kugel eckt an“. Bei der Gedenkfeier 2015 ließ die „Initiative Autonomer feministischer FrauenLesben aus Deutschland und Österreich“ die Kugel über das Gelände rollen – ungenehmigt, weshalb sie wieder entfernt werden musste. Ihre Forderung: eine Gedenktafel muss an die Verfolgung von Lesben erinnern. Die Autorinnen würdigen die Mühen von Insa Eschebach, mit vielen Veranstaltungen, Workshops und Diskussionen um Aufklärung. Doch noch immer gibt es die Tafel am Gedenkort neben der Mauer der Nationen nicht. Sie sollte die Aufschrift tragen: „Im Gedenken an die lesbischen Frauen und Mädchen, die im KZ Ravensbrück inhaftiert, gequält und ermordet wurden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht ausreichend gewürdigt sieht eine Gruppe von Aktivistinnen auch das Leiden von etwa 1.200 Mädchen und jungen Frauen, die als „asozial“ in das nah gelegene KZ Uckermark eingewiesen wurden. Es wurde 1942 eingerichtet als „Jugendschutzlager Uckermark“ für „weibliche Minderjährige (16 bis 21 Jahre), errichtet von Häftlingen des KZ Ravensbrück. In Zusammenarbeit von Jugendbehörden, Fürsorgebehörden und kriminalpolizeilichen Stellen sollte die Inhaftierung der „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung dienen. Für weitere Informationen nennt das Buch in einer Fußnote immerhin eine Website: <a href="http://www.gedenkort-kz-uckermark.de">www.gedenkort-kz-uckermark.de</a>. Ergänzend dazu von mir: auf Youtube findet sich eine Rede anlässlich der virtuellen Gedenkfeier in diesem Jahr [<a href="https://www.youtube.com/watch?v=m66x8tiqF4w" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht unerwähnt lassen will ich einen Beitrag von Detlef Garbe, dem langjährigen Leiter der Gedenkstätte Neuengamme: Opferorte waren auch Täterorte schreibt er. Täterinnenorte möchte ich hinzufügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz kritischer Anmerkungen eine wichtige Textsammlung für alle, die sich mit Gewaltforschung auseinandersetzen wollen Und schließlich: das Buch enthält eine lange Literaturliste!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Petra Fank/Sabine Arend (Hg.): Ravensbrück denken. Gedenk- und Erinnerungskultur im Spannungsfeld von Gegenwart und Zukunft, Metropol Verlag 2020, 376 S., 24 Euro</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In unserer Bibliothek ausleihbar unter der Signatur: <strong>Eg 83</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://metropol-verlag.de/produkt/ravensbrueck-denken-gedenk-und-erinnerungskultur-im-spannungsfeld-von-gegenwart-und-zukunft/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Link zur Verlagsseite</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sigrid Meißner</em></p>
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