Veranstaltungen 2018


„Rope of Solidarity“

Ein Film von Gabriele Schärer

Der Dokumentarfilm „Rope of Solidarity“ erzählt das Abenteuer eines unglaublichen Gipfelsturms. Hundert von Brustkrebs betroffene Frauen aus ganz Europa steigen auf das 4162  Meter hohe Breithorn bei Zermatt. Ein atemraubendes Panorama begleitet die große Seilschaft über den Gletscher – doch es ziehen Wolken auf.

Mit extremen Herausforderungen und damit, an körperliche und andere Grenzen zu gehen, haben die Frauen Erfahrung. Ihre Geschichten schildern,  wie eine lange und schwere Krankheit das Leben verändert: den Körper, die Beziehungen und die Arbeit. Der Ausgrenzung entgegen stellen sie einen wunderbaren Hunger auf Leben. Ein Film voller Enthusiasmus!

Die Filmemacherin Gabriele Schärer: „Die Protagonistinnen meines neuen Films ROPE OF SOLIDARITY verkörpern Enthusiasmus und Empowerment. Der selbstbewusste Umgang mit einer schweren Krankheit und das Aufzeigen von Lösungsstrategien gibt den portraitierten Frauen eine Vorbildfunktion in Sachen Gesundheitskompetenz. Diese positive Message wird unterstrichen und vertieft von der alpinistischen Herausforderung, einen 4000er zu besteigen. Gemeinsam meistern die Frauen den abenteuerlichen Aufstieg. Sie ermutigen uns, schwere Schicksalsschläge anzugehen und zeigen, dass wir damit nicht alleine sind. Wir fühlen uns ermutigt ,das gute Leben‘ selbst in die Hand zu nehmen.“

http://www.ropeofsolidarity.ch/de/news.php

Gabriele Schärer: Geboren 1957 in Bern. Lehre als Buchhändlerin in Bern. Studium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1986 – 1997 Mitarbeit im mpz (Medienpädagogikzentrum in Hamburg). 1995 Abschluss des Studiums: Diplom für Visuelle Kommunikation. 1997 Abschluss des Meisterstudiums bei Professor Michael Haller. 1999 – 2003 Mitglied der Filmkommission der Stadt Bern. Tätig im Bereich  Film- und TV Regie und Dozentin an der Schule für Gestaltung Bern-Biel. 2004 Förderpreis der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie.

Filme:

Sonntag, 4. Februar 2018, 17.00 Uhr

Ort: Metropolis Kino, Kleine Theaterstraße 10

Eintritt: 7,50€ / für Metropolis-Mitglieder 5€


Fem*Quiz

Wie oft war Meryl Streep bisher für den Oscar nominiert? In welchem Land war Golda Meir Außenministerin? Wie hieß die Frauenfußballnationaltrainerin vor Steffi Jones?  Unter welchem Pseudonym schrieb Agatha Christie romantische Erzählungen? Welcher Künstlerin ist in den DENKtRÄUMEn eine Skulptur gewidmet und wie heißen diese Frauenfiguren? Welche Naturwissenschaftlerin bekam in 2 Kategorien je einen Nobelpreis?

So oder so ähnlich könnten die Fragen des ersten Hamburger Fem*Quiz lauten … Wir DENKtRÄUMErinnen wollen eine neue Reihe starten: An den jeweiligen Quiz-Terminen treten Teams von bis zu 4 Mitspielerinnen an, die über sechs Runden mit jeweils 6 Frageblöcken gegeneinander antreten. Die Themen sind queerbeet angelegt. Ob Bilderrätsel, Hörprobe oder Videoclip – Hauptsache der Spaß kommt nicht zu kurz! Und am Ende des Turniers gibt’s natürlich einen Fem*Quiz-Preis!

Wer noch kein Team hat, darf sehr gerne auch alleine vorbei kommen und vor Ort spontan eine Gruppe bilden.

Und Kaffee + Kuchen und Tee + Torten gibt’s auch.

Sonntag, 11. März 2018, 15.00 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 5€


Zum Frauenbild der „Identitären“

Die „Identitäre Bewegung“ (IB) ist ein Phänomen neueren Datums. Für ihre meist jüngere Zielgruppe stellt sie sich dar als jung, hip, aber vor allem nicht rechts(-extrem). Dass sie dennoch dem rechten politischen Spektrum zuzuordnen ist, wird vielfach diskutiert und bestätigt.

Die Bewegung ist auch und gerade für junge Frauen interessant, die mit dem Image der „Nazi-Braut“ nichts anfangen können/wollen, der „Gefahr durch den Islam“ und seiner Abwehr jedoch durchaus etwas abgewinnen können. Die Frauen der IB sind scheinbar gleichberechtigt mit den Männern in der Bewegung aktiv. Dass sich hinter dem jungen, attraktiven, vermeintlich emanzipiertem Image jedoch ein konservatives und antifeministisches Frauenbild versteckt, das Parallelen zu 1933 und der NS-Ideologie hat, bleibt auf den ersten Blick verschleiert.

Der Vortrag beleuchtet das Frauenbild der Identitären Bewegung und will so eine kritische Auseinandersetzung bieten, die in der anschließenden Diskussion vertieft werden kann.

Prof. Dr. Esther Lehnert, Professorin für Theorie, Geschichte und Praxis Sozialer Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin; Mitarbeit im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus und Beraterin der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung; zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Nationalsozialismus, Rechtsextremismus und Geschlecht

Dienstag, 20. März, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Anti-Genderismus

Was macht den Begriff „Gender“ derart kontrovers? Weshalb formulieren Journalist_innen und Expert_innen in den Feuilletons der Tages- und Wochenzeitungen böse Polemiken gegen den Begriff, während andere ihn leidenschaftlich ebendort verteidigen? Weshalb empören sich „besorgte Bürger“ in den Weiten der digitalen Medien über die „Gender-Mafia“ und den „Gender-Wahnsinn“ (Pkt. 17 des Pegida-Papiers) und über den angeblichen Boom der Gender Studies an deutschen und europäischen Universitäten? Und warum werden diejenigen, die sich wissenschaftlich mit Gender befassen, zum Teil persönlich attackiert und manchmal handfest bedroht ?

 Auch innerhalb der (queer)feministischen Szene tuen sich zur Genderfrage Gräben auf – oder werden (neu) sichtbar. So hat die Kritik des Historikers Vojin Saša Vukadinović an den Gender Studies (für ihn „Sargnägel des Feminismus“), die in einem EMMA-Dossier Mitte 2017 und in der NZZ im Herbst 2017 veröffentlicht wurde, hohe Wellen geschlagen. Die EMMA selbst betitelte das umstrittene Dossier als „Ein Dossier über den Psychoterror und die Denkverbote an der #Uni und in der #Queerszene“. In der ZEIT vom 2. August nahmen Sabine Hark und Judith Butler dazu ausführlich unter dem Titel: „Die Verleumdung“ Stellung, Alice Schwarzer schreibt daraufhin in der nächsten Ausgabe der ZEIT eine Replik unter der Überschrift „Der Rufmord“. Im Missy Magazine wiederum  antwortet Paula-Irene Villa mit einer Satz-für-Satz-Auseinandersetzung auf den Artikel von Saša Vukadinović: „The Sargnagel talks back: Eine Replik auf die EMMA“ (12.7.2017).
Im Sammelband „Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen“ (hrsg. von Sabine Hark/Paula-Irene Villa, transcript 2015; 2017) sind Beiträge versammelt, die sich mit den Diffamierungen, Abwertungen, Attacken rund um „Gender“ befassen. Paula-Irene Villa wird an diesem Abend zentrale Thesen zum Anti-Genderismus  zur Diskussion stellen: „Denn ganz sicher ist eines mindestens sinnlos, wahrscheinlich sogar kontraproduktiv oder gar gefährlich: das Beschweigen und bewusste Ignorieren der Attacken, Diffamierungen und Diskursverschiebungen, die vom sogenannten ,Anti-Genderismus‘ ausgehen. Durch Wegsehen und Weghören werden die (zum Teil gewaltvollen) Versuche der Delegitimierung post-essentialistischer Begriffe und Praxen nicht aufhören. Im Gegenteil“ (Sabine Hark/Paula-Irene Villa: „,Anti-Genderismus‘ — Warum dieses Buch?“, S. 12).

Paula-Irene Villa (Dr. rer. soc.) ist Professorin für
Allgemeine Soziologie und Gender Studies
an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Donnerstag, 5. April 2018, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Bücher-Café I

Erlesenes für Frauen*

Das DENKtRÄUME-Team hat sich wieder für euch umgesehen und gibt Lese-Tipps frisch von der Leipziger Büchermesse …

Das hamburger frauen*bibliothek präsentiert dreimal im Jahr aktuelle frauen*relevante Neuerscheinungen. Nach der Leipziger Buchmesse im Frühjahr, im Sommer mit dem Schwerpunkt Urlaubslektüre und im Winter mit Neuigkeiten von der Frankfurter Buchmesse. Dazu gibt es immer einen gut sortierten Bücherflohmarkt, eine Tombola mit tollen Preisen (Leseausweise, Büchergeschenke …) und – last not least: Es gibt leckeren selbst gebackenen Kuchen!

Sonntag, 15. April, 15.00 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt frei


„Mein Bauch gehört mir“ – reloaded

Zu den Kämpfen für das Selbstbestimmungsrecht der Frau (§ 218 und 219a StGB)

§ 219a: Anlässlich der Auseinandersetzungen um die Frauenärztin Kristina Hänel, die wegen unerlaubter Werbung für Abtreibung angeklagt wurde, hat die Protestbewegung gegen den § 219a eine enorme Kraft entwickelt und  die parlamentarischen Verhältnisse in der Deutschland durcheinandergewirbelt. Der § 219a geht zurück auf ein Gesetz vom 26. Mai 1933 und besteht bis heute fort. Die NS-Machthaber beanspruchten die Deutungshoheit über den Wert des Lebens. Heute müssen die Frauen erneut für die Selbstbestimmung über ihren Körper kämpfen.

§ 218: Mit der Verabschiedung der Fristenlösung endeten erbitterte Auseinandersetzungen, die schon im Reichstag der Weimarer Republik geführt wurden. Die Neue Frauenbewegung brachte mit der Parole „Mein Bauch gehört mir“ die Diskussion neu an die Öffentlichkeit – fast 25 Jahre lang wurde in Deutschland dann über die Reform des Strafrechtsparagrafen 218 gestritten. Nach der Wiedervereinigung vor 25 Jahren hat sich dann sehr rasch gezeigt, dass die in der DDR existierende Fristenlösung zum Schwangerschaftsabbruch in der Bundesrepublik keine politische Mehrheit finden wird. Damit war die Chance vertan, das Recht von Frauen gesamtdeutsch umzusetzen, sich selbstbestimmt für oder gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden. Der 1992 verabschiedete Kompromiss  wurde durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes 1993 außer Kraft gesetzt.

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch nach Paragraf 218 StGB verboten, aber bis zur zwölften Woche nach Empfängnis straffrei, wenn die Frau sich drei Tage vor dem Eingriff in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle hat beraten lassen. Paragraf 219a verbietet die „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“, worunter auch fällt, dass Ärzt*innen öffentlich darüber informieren, die Abbrüche durchzuführen.

Kerstin Falk ist Landesgeschäftsführerin von pro familia. Sie ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin und Sozialmanagerin.

Dienstag, 15. Mai 2018, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung


Wasserfrauen

Florence Hervé stellt verschiedene Frauen aus einem Dutzend europäischer Länder vor, deren Leben in der einen oder anderen Weise mit „Wasser“ verbunden ist: eine venezianische Gondoliera, die sich gegen männliche Vorurteile durchsetzen muss; eine Iglu-Architektin, deren Werkstoff bedroht ist, eine Stadtplanerin, eine Wasserrechtlerin, eine Betreiberin einer Wassermühle, eine Umweltwissenschaftlerin: gemeinsam ist ihnen ihr Arbeitsplatz am und mit dem Rohstoff „Wasser“.

Dr. Florence Hervé: Studium der Germanistik in Bonn, Heidelberg und Paris, Staatsexamen und Promotion in Germanistik in Paris 1976. Seit 1967 freiberuflich tätig als Journalistin für deutsche und französische Zeitungen und für den Rundfunk; als Mitgründerin und Redakteurin des Kalenders WIR FRAUEN seit 1979 und der Zeitschrift WIR FRAUEN seit 1982, als Autorin von zahlreichen Publikationen; als Herausgeberin von zahlreichen Büchern mit dem Schwerpunkt Faschismus und Kolonialismus, Widerstand, Europa, Grenz- und Konfliktregionen; als Wissenschaftlerin: Lehre an den Universitäten Marburg, Duisburg und Münster, Forschungsstipendium an der Gesamthochschule Duisburg 1993 und VHS-Dozentin im Bereich der politischen Bildung seit 1977 in Düsseldorf. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, dessen Annahme sie aber verweigert hat.

Dienstag, 5. Juni 2018, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Fa(t)shionista

Rund und glücklich durchs Leben

Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune.

Magda Albrecht, Autorin, Bloggerin, Musikerin. Sie macht politische Bildungsarbeit, hält Vorträge und gibt Workshops zu den Themen Körpernormen (insbesondere Dickendiskriminierung), Strategien zur Selbstermächtigung und queer_feministischer Aktivismus.

Mittwoch, 27. Juni, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung

In Kooperation mit  logo


Bücher-Café II

Erlesenes für Frauen*

Das DENKtRÄUME-Team hat sich wieder für euch umgesehen und gibt druckfrische Bücher-Tipps für Sommer und Urlaub …

Die hamburger frauen*bibliothek präsentiert dreimal im Jahr aktuelle frauen*relevante Neuerscheinungen. Nach der Leipziger Buchmesse im Frühjahr, im Sommer mit dem Schwerpunkt Urlaubslektüre und im Winter mit Neuigkeiten von der Frankfurter Buchmesse. Dazu gibt es immer einen gut sortierten Bücherflohmarkt, eine Tombola mit tollen Preisen (Leseausweise, Büchergeschenke …) und – last not least: Es gibt leckeren selbst gebackenen Kuchen!

Sonntag, 8. Juli 2018, 15.00 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: frei


Lange Nacht der Literatur

Karen-Susan Fessel liest aus „Mutter zieht aus“

An einem schönen Frühlingstag passiert der Mutter der Autorin etwas, das vielen Frauen ihrer Generation widerfährt: Sie stürzt, bricht sich den Oberschenkel, kommt ins Krankhaus, in die Reha und zieht um in ein betreutes Wohnen. Was bleibt von einem Haus, das die gesamte Familie über Jahrzehnte bewohnt hat? Was lässt sich in Kisten packen, aussortieren? Am Beispiel ihrer eigenen Mutter erzählt Karen-Susan Fessel von einer aussterbenden Generation, von Kriegskindern und ihren Töchtern und neuen Perspektiven, die sich auch im Alter noch finden lassen …

Karen-Susan Fessel: „Geboren 1964 in Lübeck, wuchs ich in Meppen/Ems auf und studierte Theaterwissenschaften, Gemanistik und Romanistik an der Freien Universität  Berlin. Nach einer Hospitanz in den Abteilungen Hörspiel und Feature des ORB arbeitete ich als Journalistin für verschiedene Zeitschriften und Organisationen, während ich nebenbei meinen ersten Roman schrieb, der 1994 veröffentlicht wurde. Seitdem sind mehr als zwei Dutzend Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder erschienen, von denen viele in zahlreiche Sprachen übersetzt und ausgezeichnet wurden  Meine Begeisterung für Sprache, Stil und das Geschichtenerzählen vermittele ich seit 2001 zudem mit viel Spaß als Dozentin in zahlreichen Schreibseminaren und -werkstätten für Jugendliche und Erwachsene im In- und Ausland.“ (http://www.karen-susan-fessel.de/)

Samstag, 1. September 2018, 18.00 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 7€/5€ ermäßigt


Darstellung muslimischer Frauen in der EMMA

Alice Schwarzer, Gründerin und Chefredakteurin der EMMA, wird in den Massenmedien gerne als „Islamexpertin“ angesehen, und sie äußert sich häufig öffentlich sehr prominent zum Thema „Islam“ und „muslimische“ Frauen. Was in der EMMA und von Alice Schwarzer auch in anderen Medien immer wieder betont wird, ist, dass die EMMA eine der wenigen – „oft die einzige Stimme“ – gewesen sei, die die Gefahr, die von islamistischen Fundamentalisten ausgehe, schon früh erkannt habe. In diesem Zusammenhang wird u. a. auf den ersten EMMA-Artikel zu dem Thema aus dem Jahre 1977 hingewiesen.

Der Vorwurf des Rassismus begleitet die Berichterstattung der EMMA dabei genau so lange. Vielfältige Reaktionen von feministischer Seite rief zum Beispiel der EMMA-Sonderband 1991 Krieg – Was Männerwahn anrichtet und wie Frauen Widerstand leisten und das Dossier über Fundamentalismus 1993 hervor. Einige Women of Color und kritische weiße Feministinnen übten massive Kritik an der Darstellung von „muslimischen“ Frauen und am Umgang mit dem Islam und warfen der EMMA Rassismus und Eurozentrismus vor.

Grund genug die Berechtigung dieses Vorwurfs genauer zu untersuchen und auch die historische Entwicklung der Berichterstattung zum Thema „Muslima“ in der EMMA genauer anzuschauen. Dies hat Eliane Kurz in ihrer Magisterarbeit aus dem Jahr 2011 gemacht und Artikel der EMMA seit ihrem Bestehen 1977 bis 2011 detailliert analysiert. In ihrem Vortrag wird sie die Ergebnisse ihrer Analyse vorstellen und auch auf aktuellere Artikel und Entwicklungen eingehen, zum Beispiel die Berichterstattung der EMMA nach den Vorfällen der so genannten „Kölner Sylversternacht“ 2015.

Eliane Kurz, hat in Freiburg Soziologie und Ethnologie studiert. Ihre Magisterarbeit hat sie 2011 unter dem Titel: Weißer Feminismus. Die Zeitschrift EMMA und ihre Berichterstattung über muslimisch markierte Frauen in Deutschland geschrieben. Seit 2016 schreibt sie, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, bei Prof. Helma Lutz ihre Doktorarbeit zum Thema: Intersektionalität in der feministischen politischen Praxis. Sie ist außerdem seit Jahren in anit-rassistischen und feministischen Kontexten aktiv.

Dienstag, 11. September 2018, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Tea Time

Irena Brežná liest im Koppheister

“Irena Brezná ist die stille, doch unverzichtbare literarische Chronistin eines menschenrechts-orientierten Europa, das der Schäbigkeit und der historischen Amnesie zu widerstehen versucht.“ (Marko Martin – Deutschlandfunk)

Eine Kooperation von DENKtRÄUME, Koppheister und Buchhandlung ZweiEinsDrei

Samstag, 29. September 2018, 17.00 Uhr

Ort: Koppheister, Königstr. 55


Ich bin, du bist … oder die Herausforderungen des Übersetzens für Geflüchtete

Zum Tag der Übersetzer*innen

Ausschnitte aus:  Die undankbare Fremde von Irena Brezna  in vielfältigen Stimmen

Der in sieben Sprachen übersetzte Text  wird in Ausschnitten von Irena Brežná selbst und von einigen Muttersprachlerinnen bzw. Übersetzerinnen  vorgelesen und diskutiert.

Zum einen ist Die undankbare Fremde  die Geschichte einer jungen Frau, die 1968 aus der CSSR in die Schweiz emigriert und dort versucht, sich zurechtzufinden, auch sprachlich. Zum anderen werden die Geschichten vieler Menschen, die in der Schweiz Asyl  suchen und für die die Protagonistin übersetzt, erzählt.

„Fremdsein als Heimat – zu dieser inspirierenden Formel gelangt Irena Brežnás temperamentvolle Erzählerin ganz am Schluss. Eine Erzählerin mit zwei Stimmen: Die eine gehört der Vergangenheit des jungen Mädchens, das aus der Tschechoslowakei in die Schweiz kam und gleichzeitig von der Kindheit in die Adoleszenz trat; die andere der Gegenwart einer Dolmetscherin, welche den Behörden heutige Migrantenschicksale übersetzt und für die Leserschaft dieses Buch in poetische Prosa giesst. Das Exil als paradoxe Metapher, wie durch eine Lupe gesehen, todernst, hochkomisch, tiefenscharf und berührend.“ (aus der Preisbegründung der Literaturjury, Bern 2012)

Die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Übersetzens werden im Mittelpunkt dieser Lesung  stehen.

Irena Brežná wurde 1950 in Bratislava geboren. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei 1968 emigrierte sie mit den Eltern in die Schweiz. An der Universität Basel schloss sie ihr Studium in Slawistik, Philosophie und Psychologie ab. Sie arbeitete als Journalistin für deutschsprachige Medien, auch als Kriegsreporterin. Zudem war sie Psychologin, Dolmetscherin, Russischlehrerin, Menschenrechtlerin und humanitäre Helferin.

Mit einem interkulturellen Buffet wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Sonntag, 30. September 2018, 17.00 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 5€


Freiheit von der Pille

Seit 50 Jahren gilt die Antibabypille in Deutschland als sicherste Verhütungsmethode. Und noch immer wird sie als Meilenstein für die Emanzipation und Unabhängigkeit der Frau gefeiert. Noch heute nimmt die Mehrheit der Frauen im fruchtbaren Alter verschiedene Formen hormoneller Verhütung in Anspruch. Eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2011 ergab, dass 53 Prozent der Befragten der 18- bis 49-Jährigen die Pille einnehmen und weitere drei Prozent andere hormonelle Methoden verwenden. Unter den 19-Jährigen schlucken gut 70 Prozent die Pille. Doch hormonelle Verhütungsmittel bergen nicht unerhebliche Nebenwirkungen. Neben den Risiken tödlicher Thrombosen und Lungenembolien leben Frauen ganz selbstverständlich mit einer ganzen Bandbreite von Effekten. Darunter u. a. die Verminderung der Libido. Die Pille für den Mann hingegen ist immer noch nicht zugelassen. Wegen der Nebenwirkungen.

Sabine Kray wurde 1984 in Göttingen geboren. Sie lebt als Autorin (u. a. für die ZEIT) und Übersetzerin in Berlin, wo sie sich als Mentorin für junge Mädchen bei der Bürgerstiftung Neukölln engagiert. Ihr Debüt Diamanten Eddie erschien im Frühjahr 2014.

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 3€

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Bücher-Café III

Die hamburger frauen*bibliothek präsentiert dreimal im Jahr frauen*relevante Neuerscheinungen: nach der Leipziger Buchmesse im Frühjahr, im Sommer mit dem Schwerpunkt Urlaubslektüre und im Winter mit Neuigkeiten von der Frankfurter Buchmesse.

Das DENKtRÄUME-Team (hin und wieder ergänzt durch er- und belesene Gäste) hat sich für euch umgesehen, sich durch Bücherberge gelesen und freut sich, euch einen Sonntagnachmittag lang allerlei Lesenswertes vorzustellen. Und allerlei Leckeres! Denn bekannterweise gibt es dazu auch immer selbst gebackenen Kuchen … Am Ende der Veranstaltung lockt dann noch eine Tombola mit tollen Preisen.

Und damit die neuen Bücher auch Platz finden, sortiert die hamburger frauen*bibliothek regelmäßig aus: Auf dem bunt gemischten Bücherflohmarkt könnt ihr sonntagnachmittäglich dann echte Bücherschnäppchen machen!

Sonntag, 2. Dezember 2018, 15.00 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt frei


Yongi: oder die Kunst, einen Toast zu essen

Katrin Wolf (filia) im Gespräch mit der Autorin Young-Nam Lee-Schmidt zum Tag der MigrantInnen

„Ich wurde im Jahre 1952 nahe der alten Königstadt Kongju als jüngstes Kind einer typischen Kleinbauernfamilie geboren. Meine Eltern arbeiteten täglich hart auf dem Feld und meine Mutter musste zusätzlich die kärglichen Erträge auf dem Wochenmarkt verkaufen. Bauern sind eben in der koreanischen Gesellschaft bis heute in dem sozialen Gefüge ganz unten angesiedelt und mein Vater hatte zusätzlich das »Pech«, vier Töchter und nur einen Sohn zu haben, denn Mädchen galten als große Belastung für die Familie, weil nur ein Sohn für die spätere Versorgung der Eltern sorgen konnte. So die damalige Einstellung. Entsprechend hat mein Vater mich nach meiner Geburt auch erst im darauffolgenden Jahr beim Standesamt angemeldet, so dass mein Geburtsdatum auf 1953 lautet.

Auch einen richtigen Namen gab man uns Mädchen damals nicht. »Yongi«, wie man mich meist rief, war eher etwas Allgemeines, kein wirklich persönlicher Name. So wurde ich bis zur Schulzeit immer auch mit dem Namen meiner Schwester gerufen. Immer wurde unser Bruder bevorzugt. Er bekam mehr Essen, bessere Kleidung und wurde auch sonst stets besser behandelt. Ich habe dies im Gegensatz zu meinen Schwestern schon als Kind gehasst und als sehr ungerecht empfunden. Auch die niedrige soziale Stellung meiner Eltern mit sehr viel Arbeit und sehr schlechter Bezahlung machte mich äußerst unzufrieden.

Ich schwor mir: So habe ich mir meine Schulbildung auf der höheren Schule und später das Studium zur Krankenschwester gegen den Widerstand meines Vaters erkämpft. Nichts konnte mich von meinem Traum von einem besseren Leben abbringen.

Schon frühzeitig beschloss ich daher aus dieser Lage auszubrechen und gegen diese Ungerechtigkeiten zu kämpfen.

Am 13.11.1974 kam ich zusammen mit weiteren 155 koreanischen Krankenschwestern, alle Anfang 20, in Deutschland an.
Wir landeten auf dem Flughafen Köln-Bonn, wurden ganz herzlich begrüßt und nach einem einmonatigen Einführungskursus schließlich in ganz Deutschland auf verschiedene Krankenhäuser verteilt.

In den Medien wurden wir als hart und fleißig arbeitende »Engel mit den Mandelaugen aus Korea« immer sehr gelobt, weil wir so »freundlich und fleißig« waren.

Zunehmend genossen wir auch die neuen Freiheiten, welche sich in unserem Gastland boten, an die wir in unserer Heimat nicht einmal hätten denken können:
Schwimmen gehen, Fahrrad fahren, Ski fahren, Auto fahren, Reisen etc.

Meine Seele wurde von einer »eisernen Kette« befreit.

Auch die vielen Kunst- und Kulturangebote haben mich regelrecht begeistert und meinen Geist angeregt. Ich habe einen ganz neuen Lebensmut gefunden. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und fortschrittlich zu denken. Das neue Leben hat mir Mut und Kraft gegeben und mir eine ganz neue Welt eröffnet.

Ich habe gelernt, dass mir die Integration in die deutsche Gesellschaft ganz neue Chancen und Perspektiven eröffnet. Auch das Erlebnis der grenzenlosen Freiheit, welches wir in Korea nie gekannt hatten, hat mich sehr geprägt.

Es wäre schön, wenn ich dieses Lebensgefühl an künftige Ausländergenerationen übermitteln könnte.“

Dienstag, 18. Dezember, 19.30 Uhr

Ort: hamburger frauen*bibliothek

Eintritt: 7€/5€ ermäßigt

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