In Gedenken an Uta

Denn ich bin ein Mensch gewesen
Und das heißt eine Kämpferin sein.

(frei nach Goethe)

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Erst jetzt haben wir davon erfahren: Am Sonntag, den 24.07.2016, wurde Uta Segler tot in ihrer Wohnung aufgefunden.

Wir haben sie über Jahrzehnte als engagierte Streiterin für den Feminismus gekannt, auf unseren Veranstaltungen und anderswo … unermüdlich neugierig und immer an Diskussionen interessiert, zuletzt noch bei der Veranstaltungsreihe zum 8. März: Wer braucht Feminismus?

Uta ist 79 Jahre alt geworden.

Nachruf von Jürgen Voss –  Nachruf auf indymedia

4 Gedanken zu “In Gedenken an Uta

  1. Die Beerdigung von Uta Segler war ihrer würdig: Ca 60 Menschen aus unterschiedlichsten Kreisen nahmen teil und brachten Blumen mit.
    Zum Abschied wurde ein kurdisches Lied und „Bella ciao“ gesungen und aus einem Lied von Madsen zitiert „Du schreibst Geschichte, an jedem Tag, an jedem Ort setzt Du sie fort. Du schreibst Geschichte, denn jetzt und hier bist Du ein Teil von ihr“. Am 28.10. findet im Centro Sociale eine Abschiedsfeier mit, zu der Erinnerungen jeglicher Art, Essen und Trinken mitgebracht werden können und sollen.

  2. Liebe Uta, wir hatten schöne Tage auf Rügen- wir waren am Herthasee, Du hast die Sassnitzer mit Deinem Damenbart verschreckt, saßen bei Eiseskälte am Feuer so dass ich mich hinterher für die Verschlechterung Deiner Atmung verantwortlich fühlte, wir hörten eine CD über das Leben Che Guevaras mit Live-Mitschnitten von Fidel, ich habe Dir zum Geburtstag rote Rosen geschenkt, Du mir das Buch „Massenpsychologie des Faschismus“ von W. REICH. Wir haben viel Disskutiert. Ich habe viel von Dir gelernt und Du warst eine der interessantesten GesprächspartnerInnen die ich hatte – auch wenn ich manchmal eingeschlafen bin dabei, was Du mir sehr übel genommen hast. Genauso wie Du mir verübelt hast, dass ich oft zu spät zu unseren Treffen kam. Selbst zu Deiner Beerdigung bin ich zu spät gekommen…auf dem Weg dahin habe ich Dich schimpfen gehört wie respektlos ich sei 😉 Es war nicht einfach zwischen uns und wir kannten uns nicht lange. Wir haben das erste Mal am Lampedusa-Protestzelt miteinander gesprochen. Du hattest ein erstaunliches Gedächnis welches mir nun fehlt. Du hast Dir alles gemerkt, was ich mir nicht merken konnte.
    Ich fand Dich sehr schön, Deine grauen Locken, Deine sprechenden Augen, Deine sehnigen Hände und Deine straffen Waden, die Du Dir auf Deinen Märschen erarbeitet und Nachts ertanzt hast. Leider konnte ich Dich nicht oft zum Tanzen begleiten, da ich inzwischen schon so früh ins Bett gehe, obwohl ich fast 40 Jahre jünger bin. Du hattest weit aus mehr Energie als ich. Wir gingen öfter ins Kino: Mollath, Kohlhaas, der Fall Willhelm Reich…immer politisch die Filme.
    Das letzte halbe Jahr haben wir nicht mit einander gesprochen. Im Bus nach Paris hast Du mir Deine Meinung über mich gegeigt. Da habe ich erstmal Abstand genommen. So kam Dein Tod doch überraschend für mich. Nun werde ich die schönen Erinnerungen an Dich im Gedächnis behalten und Dein Auftrag an uns dem (wieder aufkommenden-nie verschwundenen) Faschismus, der u.a. Deine Mutter für verrückt erklärt und misshandelt hat, Wiederstand zu leisten.
    Deine Rosa Phil.

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