Im antiken Griechenland wurde zwischen sieben Aspekten der Liebe unterschieden. Dazu gehörte unter anderem die familiäre Liebe, die freundschaftliche Liebe und die Selbstliebe. Heutzutage liegt der gesellschaftliche und kulturelle Fokus hauptsächlich auf der romantischen Liebe. Eine*n Lebensgefährt*in zu finden ist und bleibt für viele ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem erfüllten Leben. Menschen, die Beziehungskonstellationen außerhalb der heteronormativen Richtlinien führen, müssen oft eine Abwertung ihres Lebensstiles in Kauf nehmen. Besonders betrifft das Personen auf dem aromantischen und/oder asexuellen Spektrum.
Was ist Aromantik? Was ist Asexualität?
Aromantisch sind Personen, die keine romantische Anziehung bzw. kein Verliebtheitsgefühl gegenüber anderen Individuen empfinden und denen daher oftmals der Antrieb zum Initiieren romantischer Bindungen fehlt. Das heißt jedoch nicht, dass diese Personen generell zu keinen Empfindungen fähig sind. Aromantische Menschen können ebenfalls enge emotionale Verbindungen und Freundschaften eingehen. Sie erleben Liebe aber auf eine platonische Weise als ein starkes, freundschaftliches Gefühl. Es ist hier wichtig, zwischen einem Verbundenheitsgefühl und romantischer Anziehung zu differenzieren.
Asexualität bezeichnet das fehlende Verspüren sexueller Anziehung gegenüber anderen Individuen und steht zunächst in keinem Zusammenhang mit Aromantik, da viele asexuelle Menschen sich auch romantische Beziehungen wünschen und die romantische von der sexuellen Orientierung zu trennen ist. Es ist daher ein Mythos, dass aromantische Personen immer auch asexuell sind und umgekehrt, dass alle Asexuellen sich mit Aromantik identifizieren können. Dennoch kann beides gemeinsam auftreten.
Im Februar findet jährlich die Aromantic Spectrum Awareness Week (ASAW) statt. In dieser Woche soll sowohl für das Thema und die Akzeptanz aromatischer Identitäten sensibilisiert werden als auch für die Diskriminierungserfahrungen, die Menschen dieses Spektrums erfahren müssen.
Ebenso wird die Woche von der Community genutzt, um die eigene Identität gemeinsam zu feiern. Die ASWA findet jedes Jahr in der ersten vollen Woche nach dem Valentinstag statt, um einen Raum und Gegenpol zu diesem universellen Tag der Romantik zu bieten.
Erstmals fand die Woche vom 10. – 17. November 2014 statt, unter dem Namen: Aromantic Awareness Week. 2015 wurde die Woche in den Februar verlegt und ihr der heutige Name gegeben, um möglichst alle arospec Identitäten miteinzubeziehen.
Für unseren Büchertisch haben wir zum einen Bücher rausgesucht, die sich mit Aromantik beschäftigen. Zum anderen Bücher, die sich mit dem Thema Liebe jenseits der heteronormativen monogamen Zweierbeziehung auseinandersetzen. Viel Freude beim Lesen und Entdecken!
Quellen:
https://www.arospecweek.org/about-asaw/
https://wearethemisfits.jimdofree.com/
(un)sichtbar gemacht. Perspektiven auf Aromantik und Asexualität
Iab 92 - 2022 - edition assemblage - 198 S. - 14,00 €
Alles über Liebe. Neue Sichtweisen
Ibc 131 - HarperCollins - 2021 - 288 S. - 20,00 € - Verlagsspende
Lieben lernen. Alles über Verbundenheit
Ibc 133 - HarperCollins - 2022 - 304 S. - 20,00 € - Verlagsspende
LiebesMacht. über Freund*innenschaft, Aromantik & die Dekonstruktion von romantischen Beziehungen
Hc 114 - Unrast - 2025 - 336 S. - 19,80€
Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist
Ibc 130 - Harper Collins - 2021 - 256 S. - 18,00 € - Verlagsspende
Lieben und lieben lassen. Gefühle passen in keine Schublade
Hc 105 - Piper - 2024 - 304 S. - 18,00 € - Verlagsspende
Lieben
Ibc 141 - Hanser Berlin - 2024 - 126 S. - 20,00 €
Liebe wird oft überbewertet. ein Sachbuch
Ibc 126 - Fischer - 2012 - 204 S. - 13,99€
